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Anspruch auf eine Pflegestufe bei Demenz

Patienten mit Demenz, aber auch Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder geistigen Behinderung mit einer eindeutig eingeschränkten Alltagskompetenz haben Anspruch auf die Pflegestufe 0. Mit den Änderungen zum Jahr 2017 in Pflegegrade wird daraus in der Regel der Pflegegrad 2, wobei die Betroffenen bessere Pflegeleistungen erhalten. Dabei geht es bei den Patienten mit Demenz häufig um intensive Betreuung und Beaufsichtigung, weniger um medizinische Pflege.

Besonderheit der Pflegestufe 0

Die Demenz Pflegestufe 0 ist im Grunde eine umgangssprachliche Bezeichnung und gilt für Pflegeversicherte mit einem erhöhten Betreuungsbedarf. Zu dieser Kategorie gehören inzwischen Krankheiten im Alter wie Demenz, Alzheimer, Altersverwirrtheit, aber auch schwere Intelligenzminderung, Geistesschwäche, geistige Behinderungen oder Down-Syndrom. Für diese Fälle können Angehörige Leistungen im Rahmen des Pflegegrads 2 in Anspruch nehmen.

 

Wichtige Voraussetzungen der Pflegestufe bei Demenz 

Voraussetzungen dafür sind vor allem die eingeschränkte Alltagskompetenz, aber auch die so genannte Hirn-Lauf-Tendenz, das Verkennen von Gefahren oder die Unfähigkeit, den Tagesablauf sinnvoll zu strukturieren. Die Pflegeversicherung schickt in diesen Fällen einen Gutachter des MDK zur Begutachtung der Senioren. Dazu werden dreizehn Prüfkriterien herangezogen, von denen mindestens drei Auffälligkeiten erfüllt sein müssen. Dabei sollten die Betroffenen auch ein Mindestmaß an Pflege benötigen, etwa in Form von Unterstützung bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität, die die tägliche Dauer von 45 Minuten Hilfe unterschreitet.

Die dreizehn folgenden Prüfkriterien werden zur Feststellung der eingeschränkten Alltagskompetenz herangezogen:

1. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches
2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen.
3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdende Substanzen.
4. Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation.
5. Im situativen Kontext unangemessenes Verhalten.
6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen.
7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung.
8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben.
9. Störung des Tag-Nacht-Rhythmus.
10. Unfähigkeit, den eigenen Tagesablauf zu planen und zu strukturieren.
11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen.
12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten.
13. Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

Hiervon müssen für den Pflegegrad 2 zwei Auffälligkeiten der Kriterien feststellen, nämlich eine unter Punkt 1 bis 9 und eine weitere unter Punkt 10 bis 12. Dann ist die erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz gegeben. Mit einer weiteren dritten Auffälligkeit unter Punkt 1-5, 9 oder 11 ist ein erhöhter Pflegebedarf vorhanden.

 

Erhöhter Betreuungsbedarf

Die Pflegestufe 0 bzw. der Pflegegrad 2 wird Demenz-Patienten in der Regel gewährt, wenn der erhöhte Betreuungsbedarf von der Pflegekasse anerkannt wird. Die Pflegeversicherung gewährt dann entweder ein Pflegegeld oder Pflegesachleistungen im Fall einer Pflege durch professionelle Pflegedienste. Angehörige haben unter Umständen auch Anspruch auf einen Zuschuss für Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Die Pflegekasse bezuschusst etwa die Betreuung durch ehrenamtliche Betreuungsgruppen für Demenzkranke, die Betreuung durch häusliche Pflegedienste oder die Betreuung in einer Einrichtung für Kurzzeitpflege. Außerdem gibt es Zuschüsse für Entlastungsleistungen wie Hilfe im Haushalt, Hilfe beim Einkauf, Hilfe bei der Organisation von pflegebedingten Anforderungen des Alltags wie Anträge an Krankenkasse oder Überweisungen bei Banken. Die Angehörigen können bei der Betreuung auch entlastet werden, etwa bei Spaziergängen oder beim Besuch von Freunden und Nachbarn.

Bei der Demenz Pflegestufe gibt es die Besonderheit, dass nur in besonderen Fällen eine Aufnahme in ein Pflegeheim genehmigt wird. Das ist in der Regel nur der Fall bei Menschen mit stark fortgeschrittener Demenz, sodass die Patienten intensiv rund um die Uhr betreut und beaufsichtigt werden müssen.

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